Anhand des klassischen Beispiels eines Urlaubsantrags lässt sich zeigen, wie SharePoint als Knotenpunkt zwischen SAP und dem Mitarbeiterplatz genutzt werden kann. Durch die Anbindung dieses SAP-Geschäftsprozesses an SharePoint, Office und mobile Endgeräte wird allen Prozessbeteiligten (Antragsteller, Vorgesetztem und Fachabteilung) ein personalisierter und intuitiver Zugang zu den einzelnen Prozessschritten ermöglicht. Der gesamte Prozess basiert auf einem Workflow im SAP-System, der über das SAP-Organisationsmanagement den Urlaubsantrag von Alan Turing an den Teamleiter Konrad Zuse weiterleitet (vgl. Abb.). Das hat den Vorteil, dass die Geschäfts- und Workfl owlogik in SAP bleibt und Power User innerhalb von SAP mit den Prozessinformationen arbeiten können. Dadurch entfällt auch der Aufwand, bestehende Workflows noch einmal neu in der Microsoft -Welt modellieren zu müssen. Ergänzende Prozessschritte können jedoch ohne Probleme außerhalb der SAP-Umgebung mittels der Windows Workflow Foundation, SharePoint Workflows oder Third-Party-Tools an den SAP-Workflow angebunden werden.

Abb.: Über die Microsoft SharePoint Integration ist der Urlaubsantrag auch für mobile Endgeräte verfügbar, hier unter Windows Mobile, iPhone und RIM Blackberry (Sitrion Systems GmbH)
Da Alan Turing über Single Sign-on sowohl an SharePoint als auch an SAP angemeldet ist, wird ihm auf der MySite eine rollenbasierte und personalisierte Auswahl von Mitarbeiter-Self-Services (ESS – Employee-Self-Services) angeboten. Diese Auswahl basiert auf den Rollen und Berechtigungen des SAP-Users und stellt nur Szenarien zur Verfügung, für die Alan Turing entsprechende Rechte besitzt. Ein klassisches Problem in vielen Unternehmen ist, dass Abwesenheiten in verschiedenen Systemen gepflegt und abgelegt werden. So werden Abwesenheiten wie etwa Urlaub, Dienstreisen und Krankheiten oft der Personalabteilung gemeldet und in SAP HCM (Human Capital Management) abgelegt, Abwesenheiten wie Besprechungen an anderen Standorten oder kurzfristige Termine außer Haus jedoch einfach in Outlook eingetragen. SharePoint erlaubt es, diese Problematik zu umgehen, indem der Urlaubskalender
parallel an den SAP- und den Microsoft-Exchange-Kalender angebunden wird, um alle Abwesenheiten zu konsolidieren. Alan Turing kann in SharePoint über den abgemischten SAP/Exchange-Kalender eine Abwesenheit planen und den Genehmigungsprozess starten. Alle Informationen wie die Abwesenheitsart, Abwesenheitstage, Anspruchsprüfung, Teamleiter etc. kommen direkt aus dem SAP-System. Nachdem der Urlaubsantrag abgeschickt wurde, startet in SAP der entsprechende Workflow und routet den Antrag an den Teamleiter weiter. Eine Stornierung oder Änderung von bestehenden Urlaubsanträgen erfolgt natürlich auch direkt über SharePoint mit entsprechender SAP-Workflowunterstützung.